11. 06.14 Schattenhaushalte

Energisch gegen „Schattenhaushalte“ vorgehen!

Würzburg 21 stellt neue Umweltstation in Frage

„Die `Schattenhaushalte´, also Finanzgebaren außerhalb des öffentlichen und vom Stadtrat beschlossenen Haushaltes sind Gift für jede solide Buchhaltung einer Stadt wie Würzburg!“ so der Co-Vorsitzende Reiner Lanowski von Würzburg 21 e.V. (i.G.).

Dem pflichtet der Umweltexperte Eckhard W. K. Beck bei. Er fragt sich, „warum sollen die Bürger mit ihrer Straßenreinigungsgebühr eine Umweltstation bezahlen“. So ist es jedenfalls geplant. Der städtische Eigenbetrieb „Die Stadtreiniger“ sollen dies finanzieren, so hatte 2013 der zuständige Werksausschuss Beschieden. Beck weiter: „wenn es wirklich einen Bedarf für einen Neubau gibt, so ist dies im städtischen Haushalt abzubilden und von allen Bürgern zu bezahlen.“ Und genau dies bezweifelt er.

Es gebe bessere Lösungen:

  • die Abfallberatung kann auch in der Aumühle gemacht werden – es braucht dazu ein Zimmer und ein Telefon

  • die Bücher der Umweltbibliothek kann man auch in der städtischen Bücherei unterbringen – da wären sie zentral erreichbar

  • für die Aktionen der Umweltstation braucht es keine großen Räumlichkeiten – diese wären bei den Schulen vor Ort besser untergebracht und einfach jedes Jahr eine Schule besuchen und dort eine Aktionswoche durchführen

  • auch die Einbeziehung der modernen Anlage des städtischen Gartenamtes erspart räumliche Ansprüche – dort können die Holz- und andere Sammlungen untergebracht werden, ebenso die Mitarbeiter

  • die von externen Gruppen als Treffpunkt genutzten Räume lassen sich ohne Schwierigkeiten in anderen städtischen Institutionen finden

„Wenn allerdings zu viel Geld da in einem Topf ist, dann ist es sinnvoller Grundstücke für den Naturschutz zu kaufen. Es gibt viele Flächen die dadurch sicher geschützt würden. Kauf ist immer die beste Art Naturschutz zu betreiben!“ so Beck.

Lanowski erwähnt noch, „dass all diese neuen Schulden irgendwann von unseren Kindern bezahlt werden müssen.“ Dem pflichtet auch Stadtrat Holger Grünwedel zu: „Ab 2019 ist es nach EU-Recht vorbei mit diesen Schattenhaushalten. Diese müssen dann in die regulären Haushalte überführt werden. Wenn dies nicht einmal ein böses Erwachen in Würzburg gibt!“

Es gibt also viel Verbesserungsspielraum, auch beim Umgang mit den Finanzen in der Stadt. Nicht jeder Euro, der im Namen der Umwelt ausgegeben wird ist auch „Nachhaltig“ angelegt.