Chance für Würzburg mit dem „MOZ-Areal“

Chance für Würzburg

Mit dem „MOZ-Areal“ im Innenstadtbereich gibt es wieder einmal die Möglichkeit, die Innenstadt nachhaltig und zukunftsweisend zu entwickeln.
Mehrere Möglichkeiten werden in der Öffentlichkeit diskutiert, doch alle bisherigen Vorschläge sind nicht auf ihre Machbarkeit hin überzeugend.
Einige der Vorschläge gehen in die Richtung einer Kommerzialisierung verbunden mit einer Veränderung des bisherigen Stadtbildes.
Dem wird eine nicht-kommerzielle Nutzung mit keiner Veränderung des Stadtbildes entgegengesetzt.

Zwischen diesen beiden, konträr gegenüberstehenden Vorschlägen gibt es die verschiedensten Vorschläge.

Das „MOZ-Areal“ ist jedoch in vieler Hinsicht, ein sehr sensibler Raum.

Hier einige Aspekte: Gegenüber der Residenz als UNESCO Kulturerbe, was bedeutet, dass jede bauliche Änderung von der UNESCO genehmigt werden muss. Es dürfte ein Grundwasserproblem geben, schon Balthasar-Neumann wusste davon und baute die berühmten Kanäle um den Bau der Residenz zu ermöglichen - noch heute hat die Sparkasse als Nachbargebäude Wasserprobleme. Das „MOZ-Areal“ steht unter Denkmalschutz. Eine 2-stöckige Tiefgarage bringt eine neue Verkehrsbelastung. Wer glaubt, dass wenn er eine 2-geschössige Tiefgarage an diesem Platz baut, nicht auf archäologische Funde stoßen wird, wo doch jeder Historiker weiß, dass dort die Stadtmauer aus dem 11. Jahrhundert verlief, der ist entweder blind und taub oder einfach nur irrational. Eine nicht-kommerzielle Nutzung bedarf einer Finanzierung. Der städt. Haushalt würde damit auf Jahre überfordert sein. Die Bebauung des Kardinal-Faulhaber-Platzes steht eventuell der Architektenschutz vom Theater im Wege. Die geplante Bebauung wird das Mikroklima und die Feinstaubbelastung negativ beeinflussen. Der Bedarf an nicht-kommerziellen Räumen und an Einzelhandelsfläche müsste begutachtet werden. Dies ließe sich noch weiter fortsetzen.

Was tun?
Die Räume des „MOZ-Areal“ sind vollkommen ausgelastet, damit ist der Nachweis erbracht, dass wir nicht-kommerzielle Räume benötigen. In der Innenstadt gibt es immer mehr Lehrstände an Einzelhandelsflächen, das bedeutet wir benötigen nicht mehr Einzelhandelsfläche sondern mehr Käufer. Schließlich soll die Erweiterung der Fußgängerzone Eichhornstraße belebt werden. Eine Bebauung des Kardinal-Faulhaber-Platzes würde nicht nur das Mikroklima verschlechtern, st oder gekauft werden. Dieser Haushaltsposten müsste einmal in Zahlen ausgedrückt werden. Im Haushalt ist er nicht zu finden.
Nun hat die Stadt Würzburg schon im letzten Monat die Frist für einen Bundeszuschuss für derartige Gebäude verstreichen lassen. Es ist aus dem ondern auch die Feinstaubbelastung erhöhen. In Zeiten, in denen es noch Umweltschützer in Würzburg gab, wäre das schon längst ein wichtiges Argument gegen die Bebauung. Es hat sich zudem in der Stadtplanung weltweit durchgesetzt, jede Freifläche im Innenstadtbereich zu erhalten. Dies ist in Würzburg noch nicht angekommen. Stellt sich noch die Frage, wie kann man das „MOZ-Areal“ nicht-kommerziell erhalten, wie soll es genutzt werden und wer entscheidet.
Wie man sieht gibt es gute Gründe für eine nicht-kommerzielle Nutzung, doch kein Konzept – und vor allem keine Finanzierung für den Erhalt.
Da derzeit schon die Stadt Würzburg einen Großteil des „MOZ-Areal“ selber nutzt, müsste nach einem Verkauf, entweder neue Gebäude angemieteBundeswirtschaftsministerium zu vernehmen, dass im nächsten Jahr wieder den Kommunen einen Milliardenbetrag für solche Zwecke zur Verfügung steht.
Wie könnte der weitest gehende Erhalt des „MOZ-Areal“ mit nicht-kommerzieller Nutzung nun funktionieren und finanziert werden, sowie ökologisch und auch wirtschaftlich der Stadt nützen.

Wenn es Bundeszuschüsse für öffentliche Gebäude gibt um sie nach den Vorgaben der Inklusion und Energetik zu sanieren, würde schon ein großer Teil der benötigten Haushaltsmittel zu Verfügung stehen. Dazu muss auch noch der städtische Anteil eingerechnet werden, durch die Nutzung der Stadt selbst. Derzeit sind u.a. das Röntgengymnasium und das Sieboldgymnasium mit Schulklassen im „Moz-Areal“. Es würde dann die Möglichkeit bestehen die Ausländerbehörde aus dem Rathaus aus- in das „MOZ-Areal“ einzugliedern, was dringend nötig erscheint. Die frei werdende Fläche im Rathaus hätte dann das Bürgerbüro zur Verfügung. Die derzeitige Platznot der Ausländerbehörde macht eine Erweiterung dringend nötig. Wie man dann eine Sporthalle nutzt und die anderen Flächen über Kultur und sonstigen nicht-kommerziellen Einrichtungen zur Verfügung stellt, müsste man sich im Einzelfall betrachten. Auch hier gibt es Finanzierungsmöglichkeit, von der Sport- Kultur- oder Jugendförderung. Viele dieser Mittel stehen schon heute zur Verfügung. Um es haushaltspolitisch besser darzustellen sollte die Möglichkeit eines Trägervereins geprüft werden, was auch die Vergabe der Räume transparenter macht. In Zeiten von unter 2% Zinsen ist eine Finanzierung darstellbar. Durch die hohe Frequentierung von Besuchern würde dies auch die Innenstadt beleben und der Einzelhandel sowie die Gastronomie in der Umgebung würden davon profitieren. Um die Finanzierung zu erleichtern sollte auch geprüft werden, ob nicht auf dem bisherigen Flachdach Penthäuser im Rahmen des Denkmalschutzes entstehen können, die durch ihre Lage sicherlich mit einem guten Aufschlag über den Erstellungspreis zur Finanzierung beitragen.

Um eine vernünftige Lösung am „MOZ-Areal“ zu erreichen ist es sicherlich notwendig, dass alle Beteiligten Kompromisse machen müssen. Es hat bisher auch noch keiner den Versuch gemacht, sein Konzept als machbar darzustellen.

Holger Grünwedel, 17. Juni 2015

CIMG0940
Wir unterstützen die Initiative „Kultur ins Zentrum – Rettet das MOZ“ – www.das-moz.de